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Giro del Confinale

Wanderung in der südlichen Ortlergruppe Tour 62

26.07.2026

6 wunderschöne Tage in der südlichen Ortlergruppe (19.07. – 24.07.2026)

 

 

In nüchternen Zahlen:

5 Hüttenübernachtungen: 2 x Rifugio Campo auf 2000m

                                                1 x Rifugio Quinto Alpini auf 2880m

                                                2 x Rifugio Forni auf 2190m

Ca. 4.000 Höhenmeter

Ca. 54 km

Tourenleiterin: Johanna v. Unterrichter

7 heitere Mitwanderer

Vorab: Man kann diesen Giro auch ohne Probleme in 4 Tagen abspulen. Schöner ist es aber, ihn entspannt anzugehen.

Das beginnt schon mit dem

1.       Tag

Anreise und Hüttenaufstieg. Von München bis zum Parkplatz Niblogo ist über Fern- und Reschenpass, sowie Passo Umbrail und Bormio eine Fahrtzeit von 5 – 6 Stunden bei ca. 290 km einzuplanen. Hinzu kommt der Aufstieg  mit ca. 370 Hm und 1,5 Stunden zum Rifugio Campo. Bei sehr früher Abfahrt und ggfs. Nutzung des Hüttentaxis kommt man selbstverständlich noch am gleichen Tag bis zum Rifugio Quinto Alpini. Aber: Beim gemütlichen Aufstieg konnten wir schon die gewaltige Szenerie des Val Zebru mit Felswänden einerseits und lieblichen Wochenend-Almen andererseits auf uns wirken lassen und dadurch den gelungenen Einstieg in die Tour finden. Außerdem ist die Übernachtung im idyllischen Rifugio Campo sehr zu empfehlen: Sehr freundliche und bemühte Aufnahme, beste Verpflegung, uriges Sammellager.

Das gilt im übrigen in gleicher Weise für die beiden weiteren Hütten: Überall eine freundliche, zugewandte Hütten-Crew mit Top-Verpflegung und sehr angenehmen Nächtigungsmöglichkeiten. Der Wirt des Rifugio Forni hat sich ganz besonders um uns bemüht, als er uns – zu Recht – einen frühen Start für den Aufstieg zum Monte Confinale empfohlen und für den Folgetag eine Alm für den Käsekauf genannt hat (dazu später!).

2.       Tag

Aufstieg zum Rifugio Quinto Alpini, ca. 900 Hm.

Zuerst ging es durch blumenreiche Almenmatten, dann über steileres Geröll, aber nirgends sehr anstrengend zur Hütte. Bestes Fotografier-Wetter mit schönen Motiven. Am Nachmittag konnten wir über die kleinen Anhöhen (3000 m)hinter der Hütte bummeln und uns die abschmelzenden Gletscher, die von der Königsspitze (Monte Zebru) herabziehen, ansehen.

Am Abend dann das Hüttenschmankerl: Fotosession mit dem Hüttensteinbock, der friedlich zwischen den beiden Hüttengebäuden graste und sich nicht um die Hüttengäste kümmerte: Bildfüllende Fotos.

3.Tag

Querung zum Passo Zebru (3005 m), Abstieg über das Rifugio Pizzini zum Rifugio Forni, ca. 540 Hm Aufstieg und 1190 Hm Abstieg.

Im Gegensatz zu den beiden vergangenen Tagen herrschte am Vormittag wechselhaftes Wetter. Die erste längere Querung zum Passo Zebru überraschte uns gerade auf einem sehr schmalen Wegabschnitt mit einem Graupelschauer sowie einem Blitz mit Donner. Bald war es wieder trocken. Damit es uns nicht langweilig wurde, querte ein Gamsrudel mit lebhaften Jungtieren unseren Weg und machte uns nachdrücklich klar, wer im Gebirge die bessere Geländegängigkeit hat.

Am Passo Zebru empfing uns vor einem weiteren Graupel- und Regenschauer (der letzte auf dem gesamten weiteren Weg) eine mystische Aussicht auf den Monte Cevedale. Dann ging es bei permanenter Wetter- und Sichtverbesserung vorbei an der Pizzinihütte über weitläufige Almwiesen moderat und knieschonend das Val Cedec hinunter zum Rifugio Forni.

4.       Tag

Absoluter Höhepunkt der Tour: Aufstieg zum Monte Confinale, 3370 m. Höhendifferenz: ca. 1200 Hm.

Zunächst ging es durch lichten Wald, dann über Almgelände und durch das Val Manzina zum ersten Highlight, dem Lago della Manzina, ca. 2800 m. Herrliche Lage mit Wollgras, atemberaubendem Panorama und bezaubernden Spiegelungen. Ab dem See überwogen Steine und Geröll ein Tälchen hinauf, am Schluss etwas bröselig, zu einem Sattel mit dem Bivacco del Piero, ca. 3100 m. Nun war der Gipfel schon zu sehen und unschwierig über Blockwerk und weiteres Geröll, aber ohne Schnee- und Eiskontakt zu erreichen. Von oben hatten wir eine grandiose Aussicht über die Ortler- und Adamelloberge bis hin zur Bernina und zum Bergell. Wir konnten auch große Teile unserer bisher absolvierten Wanderung nachverfolgen.

5.       Tag

Weiteres Highlight: Höhenwanderung zurück zum Rifugio Campo, ca. 610 Hm.

Der Weg führte immer unterhalb des Monte Confinale entlang zahlreicher Almen, immer in einer Höhe zwischen 2100 und 2300 m, bog schließlich in das Val Zebru ab und leitete am Schluss nach ca. 5 – 6 Stunden Gehzeit hinunter zum altbekannten Rifugio Campo.

Sicher: Man kann schon vorher zum Parkplatz absteigen, damit die Runde deutlich verkürzen und am Abend noch die Heimfahrt antreten. Man könnte auch am späteren Nachmittag noch vom Rifugio Campo zum Parkplatz wandern. Aber warum eigentlich? Hier kommt der Ratschlag des Hüttenwirts des Rifugio Forni bez. des Käsekaufs (siehe oben) zum Tragen: Wir sind dem Zeitdruck jedenfalls durch eine sagenhafte Brotzeit auf der Malga superiore del Confinale bestens entkommen. Der erste Eindruck von der Alm war allerdings etwas ernüchternd: Niemand zu sehen, verlassen wirkend, auf den ersten Blick keine Tische, Bänke oder Sonnenschirme. Aber fragen kann man ja mal. Zum Glück! Die freundliche Hüttenfamilie wurde schnell gefunden, Almkäse stand zum Verkauf, am besten aber: Eine riesige Brotzeitplatte mit verschiedenem Käse, Schinken, Speck und reichlich Rotwein wurde aufgefahren. Es hub ein freudiges Speisen und Genießen an, die Zeit wurde zur Nebensache. Die Fortsetzung der Wanderung war sehr entspannt, das Abendessen – bereits bei der ersten Übernachtung angekündigte Pizzoccheri - noch verlockender. So schloss sich der Kreis wunderbar.

6.       Tag

Der Rückweg am Morgen vom Rifugio Campo zum Parkplatz war entspannt. Aber Johanna hatte noch ein Schmankerl für uns: Auffahrt zum Stilfser Joch und kurze Tour auf die Rötlspitze, 3025 m, ca. 300 Hm.

Diese letzte Besteigung erwies sich als abwechslungsreiche Spritztour, diesmal – neben der wiederum atemberaubenden Fernsicht- mit Blick auf den Ortler und seine Gletscher sowie auf die Westflanke der Königsspitze.

Nunmehr waren wir alle restlos zufrieden und konnten entspannt die Heimreise antreten.

Herzlichen Dank an Johanna für die Auswahl, Planung und Durchführung dieser herrlichen Woche in den Ortlerbergen.

Text: Wolfgang

Bilder: Bahram, Franz, Johanna