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Tannheimer Tal

Nicht nur Kässpatz`n

06.09.2026

TL: Franz

TN: 11

Autor: Wolfgang und Franz

Bilder: 

 

Seit langem steht das Allgäu bei mir im Fokus und so kam es auch dazu, mal eine Mehrtagestour dorthin anzubieten. Die Quartiersuche gestaltete sich ein wenig schwierig, aber es klappte und so fuhren 12 Bergfreunde am 06.09.2027 ins Tannheimer Tal. Bei der Hinfahrt sollte gleich ein erster Gipfel erklommen werden. Das Wertacher Hörnle! Ein beliebter Berg mit herrlicher Aussicht auf die Allgäuer Alpen und auch zu unseren Gipfeln, denen wir in den nächsten Tagen einen Besuch abstatten wollten. Bei wunderschönem Sonnenschein und blauem Himmel genossen wir die Brotzzeit am Gipfel und natürlich war auch die auf dem Weg liegende Buchel Alpe eine willkommene Einkehr. Nach dem Abstieg ging es zu unserem Basislager in Haldensee. Dort klang der erste wunderschöne Tag in einer Pizzeria ganz gemütlich aus.

Montag, 07.09. nahmen wir den Aggenstein, 1986 m ins Visier. Mit dem Bus ging es nach Grän und dort auf sehr schönen Wegen und Steigen hinauf zur Bad-Kissinger-Hütte, die in einer herrlichen Lage dort oben thront. Schon auf dem Weg hinauf wurden wir mit vielen kleinen landschaftlichen Reizen, wie dem Schwalbenwurzenzian, Silberdisteln und schönen Wurzeln im Bachbett überrascht. Nach einer kurzen Pause auf der Hütte ging es weiter zum Gipfel, der aber an diesem Tag einen enormen Ansturm, obwohl Montag!, erlebte. Karawanen. Nichts desto trotz, stiegen wir die letzten Meter am versicherten Steig hinauf zum Gipfelkreuz und hatten einen herrlichen Blick über die komplette Allgäuer Bergkette vom Hochvogel über Großer Widderstein und Hohen Ifen. Klasse! Beim Abstieg aber hieß es erst mal in der Schlange einreihen und warten, bis der Gegenverkehr durch war. Auf der Hütte gabe es Panorama, Kuchen und Getränke. Via Sebenalpe stiegen wir dann wieder geruhsam zurück ins Tal und abends klang der Tag wiederum bei einem guten Essen aus. Sehr schön!

Dienstag, 08.09. war wieder schönes Wetter angesagt und so machten wir uns auf, um eine schöne Rundwanderung unterhalb der Köllenspitze zu unternehmen. Mit dem Bus ging es nach Nesselwängle und von dort stiegen wir zur Schneetalalm auf, die wie ein kleines Adlernest in allerbester Lage zum verweilen einlud. Wieder säumten viele Blumen und Gewächse wie Tollkirsche, Herbstzeitlose und Fransenenzian unseren Weg. Da Ruhetag, konnte man sich Getränke aus dem Automaten nehmen. Weiter ging es hinauf zu einem Bergrücken oberhalb von Reute, wo wir bei einer gemütlich Brotzeit die exzellente Fernsicht genossen. Als nächstes Ziel wurde die 2024 neu erbaute und wieder eröffnete Thannheimer Hütte anvisiert. Immer im leichten Auf und Ab auf einem Panoramaweg erster Klasse. Schließlich duckte sie sich aus dem Wald und hier liesen wir es uns gut gehen. Die Hütte hat eine tolle Lage und es läßt sich hier gut aushalten. Nach Kaffee, Kuchen und anderen Köstlichkeiten ging es langsam talwärts. Vorbei am nur 10 Minuten entfernten Gimpelhaus und von dort hinunter nach Nesselwängle, wo wir dann nach 800 hm und 13 km mit dem Bus zurück zum Basislager fuhren. Der Abend klang wiederum mit einem guten Essen in gemütlicher Runde aus.  

Mittwoch, 09.10. war ab Nachmittag Regen vorhergesagt. Da wir mit unserer Gästekarte alle Busse und Seilbahnen gratis benutzen durften, wurde kurzerhand eine Vormittagstour mit der Seilbahn auf den Neunerkopf geplant. Alles war zwar grau in grau, aber es gab trotzdem eine relativ gute Sicht. Am Gipfelkreuz standen wir zwar im Nebel, aber das macht ja Bergfreunden nicht sonderlich viel aus. Dort oben gibt es einen Waldlehrpfad den wir nahmen und wir gingen Richtung Sulzspitze. Leider begann es bereits um 11 Uhr mit heftigen Regenschauern, so dass wir den Rückzug antraten und uns in der gemütlichen Grundhütte mit warmen Getränken und Kuchen trockneten. Danach ging es mit der Seilbahn wieder hinab. Manche nutzten noch die hauseigene Sauna für einen gemütlichen Nachmittag.  

Donnerstag 10.09. waren die Wetteraussichten auch nicht besonders, so dass wir eine Umrundung des Vilsalpsees in Angriff nahmen. Mit dem Bus ging es nach Tannheim und von dort zu Fuß zum See, der idyllisch in einem Bergtal liegt. Die Stimmung bei diesem Wetter war schon etwas mystisch. Die am Südufer gelegene Vilsalpe lud zum Verweilen ein, aber davor mußten schon noch ein paar Höhenmeter gemacht werden und so ging es noch hinauf zum Bergaicht-Wasserfall, der bestimmt auch schon mehr Wasser geführt haben dürfte. Die extreme Trockenheit des Jahres 2026 machte aber auch vor ihm nicht Halt und so war das Schauspiel nicht ganz so beeindruckend. Nach einer Pause ging es dann zur Alpe. Danach wanderten wir über den anderen Uferweg wieder zurück und kamen nach 18 km wieder in Tannheim an. Am Abend stand dann das letzte gemeinsame Abendessen an, bevor es dann am nächsten wieder zurück nach München geht.

Freitag, 11.09. war wieder ein sehr schöner Tag und bevor es nach Hause geht, wollten wir noch einmal unsere Gästekarte nutzen und mit der Seilbahn auf das Füssener Jöchle fahren, um von dort eine kleine Abschlußrundtour zur Otto-Mayr-Hütte zu machen. Bei der Auffahrt sahen wir unter uns viele Gämsen äßen und oben angekommen hatten wir wiederum einen herrlichen Rundblick auf die Allgäuer Bergwelt. Auf schönen Wegen ging es Im Auf und Ab hinunter zur Otto-Mayr Hütte, die auch unter der Trockenheit und Wassermangel leidet. Dort gab es nur noch Wasser aus PET Flaschen, dass auch zum Kochen verwendet wird. Eine extreme Herausforderung, wie mir die Hüttenwirtin erzählte. Nach einer Stärkung ging es dann unterhalb der mächtigen Felswand des Gimpel hinauf zum Hallergernjoch, bei dem uns sehr viele Gämsen grüßten. Eine Gämse lag oberhalb und beobachtete uns den ganzen Aufstieg lang. Ließ sich aber nicht stören, obwohl wir ihr schon sehr nahe gekommen sind. Vom Hallergernjoch hatte man wiederum tolle Talblicke, die wir nun das letzte Mal genießen konnten. Dann ging es auf interessanten Wegen zurück zur Seilbahn und hinab ins Tal zum Auto. Auf der Heimfahrt kehrten wir noch in Ettal ein und liesen die vergangenen schönen Tage nochmals Revue passieren.

 

Dank an die tollen Wanderfreunde, die all die schönen Bergtouren bravurös mitmachten und bestimmt auch ihren Spaß und Freude dabei hatten.