Wunderschön gelegene Hütten, Bergseen, Gipfel und Aussichten waren das Ziel dieser überaus grandiosen Tour durch die Bergwelt des Sarntals
TL: Franz
TN: Birgit, Gudrun, Hedwig, Abbas, Bahram, Ernst und Karl-Heinz
Bilder: Ernst, Franz, Bahram, Birgit
An einem sehr warmen Sommertag fuhren wir mit dem Wanderbus zum Riedler und es warteten neben ca. 28 Grad noch ca. 1100 Hm und 11 km bis zum Tagesziel "Rittner Horn". Durch den späten Start, bedingt durch die Anreise, schlängelten wir uns 800 Hm zur Sarner Scharte hinauf, wo uns ein herrliches Dolomitenpanoramakino empfing. Auch das Rittner Horn sahen wir schon in weiter Ferne. Nach einer ausgiebigen Rast ging es zuerst gut hinunter und danach in welligem Auf und Ab hinauf zum Rifugio, wo wir unsere Strapazen hinunterschwemmten. Der Blick auf die umliegenden Berge, von den Dolomiten bis rüber zur Brenta und ins Vinschgau war sehr beeindruckend, wenn auch dunstig. Nach gutem Essen und einem freudigen Abend ging jeder gerne in sein Bett.
Nach einer ruhigen Nacht wachten wir im vollem Nebel auf, der sich aber bis nach dem Frühstück wieder verzog, so dass wir bald wieder bei bestem Sonnenschein unseren Weg vom Rittner Horn über den Gasteiger Sattel hinab zum Totensee und -kirchl und hinüber zum Rifugio Latzfonser Kreuz antreten konnten. Überall trafen wir auf freilaufende Pferde, Kühe und Esel. Bahram nahm ein Bad im sehr kalten Totensee und weiter ging es über ein wildromatisches Hochmoor, welches wir auf langen Holzstegen überquerten. Nach einer ausgiebigen Rast kamen wir gegen 15 Uhr am Refugio an. Es wurde das Lager bezogen und sich frisch gemacht. Die 3 Mädels und Franz ließen es sich nicht nehmen, sodann vorm Abendessen noch den Hausberg der Hütte, die Kassianspitze, mit weiteren 270 Hm zu erklimmen. Dort hatte man wiederum, wie auch schon von der Hütte selbst ein schönes Panorama hinüber zu Peitler, Geißler, Sella, Lang- und plattkofel usw. Zum Abschluß bekamen wir noch einen schönen Sonnenuntergang auf der Terrasse. Wieder ein anstengender, aber sehr schöner Tag in der Südtiroler Bergwelt.
Der 3. Tag war schon früh morgens voller Sonnenschein und tauchte die Bergwelt in eine magische Landschaft. Der Weg heute sollte nicht viele Hm bringen. Wir stiegen zum Durnholzer See hinab, wo mehrere sich ein Bad gönnten. Nach dieser Erfrischung wollten auch wir uns erfrischen, aber der anvisierte Gasthof hatte leider Ruhetag. So nahmen wir wie geplant den Bus und fuhren nach Weissenbach, von wo aus wir nach einer Kräftigung in einem kleinen Gasthaus die letzten 500 hm des Tages zu bewältigen hatten. Jedoch kam urplötzlich ein Gewitter auf und es schüttete aus Kübeln. Einige suchten Schutz im Wald unter großen Bäumen, andere starteten durch und gelangten durchnässt auf der Ebenberger Alm an. Gut das wir nicht auf der Höhe, sondern im Tal waren. Nach einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei und die Sonne trocknete die Kleidung bis wir an der Alm ankamen. Vom Wirt, Robert und seiner Gattin wurden wir herzlich begrüßt und versorgt. Das Nachtquartier lag in einer kleinen Scheune, die aber sehr angenehm und heimelig war. Unser Hüttenwirt ist auch bei der Bergrettung und gab uns gute Tips. Am Abend wurde allen dann das Kartenspiel "Hose runter" gelehrt und lange gespielt.
Der Tag 4 unserer Tour war einer der anstrengensten, bei dem die Wetterlage eine große Rolle gespielt hat. Bei dieser Ettappe geht es ca. 3 km am Grat entlang. Unser Hüttenwirt prüfte den Wetterbericht und meinte, dass für 10 Uhr 1 Stunde Regen und nachmittags ab 15 Uhr Regen und Gewitter kommen sollen. Also brachen wir früh morgens auf. Bei Sonnenschein ging es knapp 2,5 Stunden hinauf zur Scharte und weiter zum höchsten Punkt des Tages auf 2640 m. Zu lange wollten wir da keine Pause machen, denn es zog Nebel auf. Eng gingen wir hintereinander den schmalen Grat hinunter. Bald begann es zu regnen und es fing auch an zu krachen. Zwar noch in weiter Entfernung, aber lustig fand das keiner mehr. An einer etwas geschützten Stelle verharrten wir kurz und entschlossen uns, doch weiter zu gehen. Nach einer Weile kamen wir an die Stelle, wo es hinab ins Tal ging. Hier blies uns derart kräftiger Wind entgegen, dass es einem fast die Luft raubte. Mein bis dato treuer Regenschirm machte hier die "Grätsche". Das war ihm zuviel. Der Regen hatte aufgehört, aber der Wind wehte weiterhin mit unbändiger Wucht. Je tiefer wir kamen, desto schwächer wurde er. Auf ca. 2000 m kamen wir an einem sehr schönen Fleck an, die Sonne schien und der Wind war weg. Als ob nix gewesen wäre. Hier machten wir ausgiebig Pause und genossen die Stimmung am Berg, bevor es dann die letzten 5 km bergab zur Hirzer Hütte ging. Dort erwarteten uns neben Alpakas auch DZ, sehr gutes Essen und Getränke.
Am Tag 5 starteten wir bei schönstem Wetter und zu unserer "Königsetappe". Heute wird der höchste Punkt der Tour und der Sarntaler Berge, der "Hirzer" in Angriff genommen. Dazu mußte erst auf einem Schotterfeld angestiegen werden. Des weiteren ging es an einem versicherten Steig zur Scharte auf 2660 m. Nach einer Rast und einem Rucksackdepot ging es die letzten hm hinauf auf 2781 m. Der Hirzer war erreicht aber auch sehr viel besucht. Das Gedränge am Berg lies uns bald wieder absteigen, nachdem natürlich ausführlich Fotos geschossen wurden. Sodann folgte der Abstieg und eine längere Querung zum Kratzberger See, wo wieder einige ein Bad nahmen und nun auch mich dazu brachten, in die Fluten des eiskalten Sees zu springen. Brutal kalt!! Danach zogen wieder Wolken auf und wir machten uns auf den Weg, die letzte Stunde zur Meraner Hütte zu gehen. Heute blieb es aber trocken und wir bekamen das beste Essen der gesamten Tour. Sogar Abbas hatte nix auszusetzen! Nach einem schönen Abend ging es dann ins Lager.
Letzter Tag. Abstieg! Da wieder gegen Mittag Regen angesagt war, nahmen wir den kürzesten Weg ins Tal. Dort kamen wir kurz vor 12 Uhr an und es fing an zu tröpfeln. Nach Umziehen und Erfrischen ging es dann auf das Penser Joch zum Gasthof "Alpenrose", wo wir zum letzten Mal die Südtiroler Küche in vollen Zügen genossen und danach die Heimreise antraten.
Fazit: Ein durchaus gelungener, fordernder und anspruchsvoller Trail rund um die Sarntaler Berge mit allen Schikanen, der uns einiges abverlangte, aber auch allen ungemein Spaß bereitete.
Danke an alle im Team für die harmonische und immer freundschaftliche Atmosphäre am Berg und in der Hütte. Gerne wieder! Franz
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