© Bergfreunde München sw
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Dreiländertour am Alpenhauptkamm vom 02.-07.08.2026

Länder: Salzburg, Tirol und Südtirol

02.08.2026

TL: Franz

TN: 6

Autorin: Sigrid

Bilder: Franz, Gudrun

 

 

Tagebuch einer herrlichen 6-Tages-Wanderung

 

Tag 1 Sonntag, den 02.08.26

 

Um 9:00 starteten 2 Autos vom Treffpunkt Giesinger Bahnhof in Richtung Zillertal.

Gegen Mittag erreichten wir den Parkplatz in Bärenbad, haben dann noch angesichts der Gewitter-Vorhersage den Bergsteigerbus bis zur Staumauer des Speicher Zillergründl genommen. So, nun sollte es endlich losgehen, vorher gab Johanna aber noch einen wichtigen Satz mit auf den Weg:

„Der Tourenleiter ist für die Tour verantwortlich - die Teilnehmer für das Wetter“. Mal schauen, ob wir das hinbekommen (6 Teilnehmer/innen, 6 Tage Wanderung: das sollte zu schaffen sein)

Unser Weg führte uns zunächst durch einen Tunnel, dann entlang des Stausees und schließlich ging es bei schwülen Temperaturen stets bergauf Richtung Plauener Hütte. Dort angekommen suchten wir uns einen schönen Platz vor der Hütte, genossen den herrlichen Ausblick auf die Zillertaler Alpen bei Bier, Kaffee und Kuchen und ließen den Tag schließlich ruhig ausklingen, hatten wir doch am nächsten Tag eine größere Wanderung vor uns. Einzig Birgit ließ sich die 350 hm auf das Rainbachköpfl nicht entgehen und war pünktlich zum Abendessen und Fotoshooting wieder zurück.

Wetter: gut durchgehalten, nur am Abend hat es ein wenig geregnet

Tag 2 Montag, den 03.08.26

Heute ging es knapp 12 km zur Richterhütte. Insgesamt waren über 700 Höhenmeter zu überwinden und dabei zwei Scharten zu übersteigen. 

Über die Zillerplattenscharte ging es auf 2878 Meter. Wir hatten wirklich einen tollen Blick auf die Reichenspitzgruppe, die Hohen Tauern und die Zillertaler Alpen. Der Eissee strahlte uns mit seiner faszinierenden blauen Farbe förmlich an, dennoch haben wir es uns noch verkniffen, in einem Bergsee zu baden. Nach einem kurzen Abstieg, ging es auf felsigem Weg hinauf zur Windbachscharte, wo wir, oben angekommen, bereits die Richterhütte sehen konnten. Der steile Abstieg kostete uns schon etwas Kraft und die kühlen Getränke und der Kaiserschmarrn mussten daher noch ein wenig auf uns warten.

Dann schmeckte es aber umso besser.   Wetter: sonnig und warm

Tag 3 Dienstag, den 04.08.26

Wir starteten den Tag lediglich mit einer Tasse Kaffee/Tee, nachdem uns Franz versprochen hatte, bereits nach ca. 1 Stunde einen wunderschönen Frühstücksplatz zu erreichen. Auf dem Weg dorthin blickten wir immer wieder zurück, war es doch zu schön und gewaltig, wenn die kleine Hütte vor dem gewaltigen Bergmassiv der Reichenspitzgruppe liegt. Zudem erfreuten wir uns an grasenden Haflingern, die wir im Rainbachtal sehen konnten.

Er hatte nicht zu viel versprochen, denn uns erwartete ein kleiner, sauberer und erfrischender Bergsee: ein paar von uns sprangen sofort rein und danach gab es erst einmal das Frühstück. Nun galt es, etwa 2 Stunden auf anspruchsvollen Wegen aufzusteigen, bis wir auf einer Höhe von 2.667 Metern die Roßkarscharte erreichten. Von dort erblickten wir unser heutiges Ziel, die Zittauer Hütte, wunderbar gelegen am Wildgerlossee. Zunächst haben wir aber noch den Gipfel des Roßkopf (absolut lohnenswert mit Blick auf die Hohen Tauern) erklommen.

Schließlich ging es nur noch bergab , vorbei am oberen Gerlossee (in dem Zwei von uns gebadet haben) zum eigentlichen Ziel. Dort angekommen haben sich weitere Teilnehmer/innen ein Bad im Wildgerlossee nicht verkneifen können oder sich anderweitig vergnügt.

So ging ein traumhaft schöner Wandertag zu Ende. 

Auf der Hütte wurden wir kulinarisch wirklich sehr verwöhnt und am Abend gab es auch noch eine musikalische Einlage vom Sohn (8 Jahre)  des Wirtsehepaares auf seiner Steirischen Harmonika.

Wetter: sonnig und warm

Tag 4 Mittwoch, 05.08.26

So viel schon mal vorweg: heute wurde es teilweise spektakulär! Der Weg führte uns zunächst am unteren Gerlossee vorbei Richtung oberen Gerlossee zur Rainbachscharte (2.724 m). Nun kam der spektakuläre Teil: Abstieg ins Rainbachkar über einen gut gesicherten (mit Stahlseilen), anfangs jedoch etwas ausgesetzen und mit Leitern versehenen Weg.

Es hat Allen sichtlich Freude bereitet, diesen Weg zu gehen.

Über ein großes Geröllfeld gelangten wir dann zum idyllisch gelegenen Rainbachsee auf 2.404 m, in dem ein Teil unserer Gruppe natürlich wieder gebadet hat. Hier war auch der schöne Ausblick Richtung Talschluss des Rainbachtals und des Krimmler Achentals mit dem Krimmler Kees und der Dreiherrenspitze ein Genuss. Der Weg zum Krimmler Tauernhaus (1.630 m) führte dann vorbei an ausgedehnten Latschenfeldern (es war sehr heiß dort) und schließlich durch einen prächtigen Zirbenwald (ein wunderbarer Duft) ins Krimmler Achental. Schließlich erwartete uns nach ca. 5 Stunden mit 400 Höhenmeter Aufstieg und 1100 Höhenmeter Abstieg eine schöne Unterkunft ( mehr Hotel als Hütte) mit all seinen Köstlichkeiten.

Wir hatten das Krimmler Tauernhaus glücklich und zufrieden erreicht.  Wetter: sonnig und warm

Tag 5 Donnerstag, 06.08.26

Der Tag begann mit einem langen, bequemen Wanderweg, auf dessen Wegstück wir die Seele baumeln ließen und die Natur mit ihrer alpinen Fauna und Flora mit allen Sinnen genießen konnten. Nach etwa 2 Stunden ging es steil nach oben zur Birnlücke (2665m). Dieser Teil verlangte wieder mal gute Kondition, zumal es sehr heiß war.

Oben angekommen (hier wird die Grenze zwischen Salzburg und Südtirol überschritten und damit auch die österreichisch-italienische Staatsgrenze) hatten wir den Blick frei auf die Birnlückenhütte  2.440 m und auch zurück auf die eindrucksvollen Gletscher und die Venedigergruppe, welch gewaltige Kraft der Natur.

Doch bevor es hieß, dorthin abzusteigen, machten wir erst einmal eine schöne Pause. Schließlich erwartete uns eine sehr kleine Hütte, deren Hüttenwirt bereits seit 51 Jahren dort den Sommer verbringt. Die Versorgung der Gäste wird durch Helikopterflüge und 2-3 mal die Woche durch Rucksacktransport gewährleistet: schon eine enorme Anstrengung

Angesichts dieser Herausforderung waren wir über das kulinarische Angebot sehr überrascht und erfreut.

Wetter: warm und sonnig

Tag 6 Freitag, den 07.08.26

Tag des Abstieges und sich Verabschiedens

Im reizvollen Ahrntal begann die heutige Etappe, die zuerst auf dem Lausitzer Höhenweg verläuft. Dieser ist zwar ein alpiner Steig, der auch höchste Konzentration erfordert, jedoch keine großen Höhenunterschiede aufweist. Der wunderbare Ausblick ins Ahrntal lädt immer wieder zum Staunen und Verweilen ein. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir die ehemalige Neugersdorfer Hütte (2.567 m), die heute als Finanzwache dient und nicht mehr allgemein zugänglich ist. Weiter ging es auf dem Lausitzer Höhenweg bis zur Abzweigung des Steiges, der hinauf zum Heilig-Geist-Jöchl (2658 m) führt. Dort betritt man wieder österreichischen Boden. Von hier oben hatten wir bereits den Speichersee im Blick, unser heutiges Endziel. Bis dahin hatten wir noch ein paar Stunden zu gehen, wieder begleitet von Plattenwegen, weichem Wiesengrund und zuletzt noch einer Schotterstraße.

Unsere Idee war, den Bus von der Haltestelle „Staumauer“ bis zu unserem Auto zu nehmen. Doch daraus wurde nichts, denn der Busverkehr wurde eingestellt, nachdem einen Abend zuvor ein heftiges Gewitter begleitet mit starkem Regen eine Mure hat abgehen lassen und somit die Straße blockierte. Ja, so blieb uns nichts anderes übrig, als die letzten 400m doch noch selbst abzusteigen, was dann mit insgesamt 760 hm rauf, 1600 hm runter und 21 km zu Buche schlug und uns bereits viele Gewitterwolken nichts gutes voraussagten.

Tatsächlich kamen wir am Ende der Wanderung noch in den Genuss !!! eines Gewitters mit starkem Regen, aber die Laune ließen wir uns dadurch nicht vermiesen. Nachdem wir unsere nasse Kleidung gegen trockene getauscht hatten, fuhren wir die Mautstraße raus (rein durfte man schon gar nicht mehr) und konnten dabei noch einen Rest des Murenabganges sehen: wieder waren wir erstaunt über die Naturgewalt

Wetter: hat bis kurz vor Schluss wunderbar gehalten, somit haben die Teilnehmer/innern wettertechnisch wirklich alles gegeben

Fazit: Es war eine wunderbare Bergtour mit all seinen herrlichen Fazetten

Ein großer Dank gilt Franz, der alles so gut geplant und uns stets gesund von Hütte zu Hütte geführt hat.

Einen passenden  Abschluss der Tour erlebten wir dann im Restaurant Zenzer-Wirt in Hippach und fuhren schließlich auf die Vorfreude, wieder im eigenen Bett und ohne nennenswerte Nebengeräusche :-) schlafen zu dürfen, nach Hause.

Sigrid