Bettwanzen sind kein neues und spezifisches Problem von Alpenvereinshütten, sondern sind innerhalb der gesamten Tourismusbranche sowie in Privathaushalten ein Thema. Häufig werden Bettwanzen durch Reisende oder Wandernde verschleppt, weil diese über die Verbreitungsweise wenig Kenntnis haben. Ein umfassendes Wissen über Bettwanzen und ihre Lebensweise sowie der Präventionsmöglichkeiten kann dazu beitragen, dass die Ausbreitung dieser Parasiten begrenzt wird.
Warum Bettwanzen Berghütten lieben Berghütten weisen einige Besonderheiten auf, die sie etwas anfälliger für Bettwanzen machen als klassische Unterkünfte im Tal:
Hoher Holzanteil in Schlaf- und Aufenthaltsräumen (Bettwanzen finden in Holzritzen bessere Verstecke als auf glatten Oberflächen).
Verwinkelte, schwer zugängliche Bereiche (z. B. unter Dachschrägen oder in alten Gemäuern).
Eingeschränkte bauliche Präventionsmöglichkeiten (z. B. schwierigere Abdichtung von Ritzen oder regelmäßige Kontrollen in abgelegenen Lagen).
Dadurch gestalten sich Erkennen und Bekämpfung anspruchsvoller – doch mit gezielten Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
Wie verbreiten sich Bettwanzen? Bettwanzen verbreiten sich hauptsächlich durch den Transport befallener Gegenstände. Zwischen den Hütten und Hotels, die als Ausgangs- oder Endstation bei Wanderungen dienen, werden Bettwanzen vor allem mit Wanderrucksäcken verschleppt. Ein einziges befruchtetes Weibchen im Rucksack kann ausreichen, um woanders (Hütte, Hotel, Transportmittel, Zuhause) einen Befall zu verursachen.
Was können wir vorbeugend gegen eine Übertragung von Bettwanzen tun?
Es sollte unter allen Umständen vermieden werden, dass wir Bettwanzen weiterverbreiten oder in die eigenen vier Wände einschleppen! Folgendes können wir dafür tun:
Nehmt fest verschließbare Säcke/Beutel zur Aufbewahrung des Rucksacks innerhalb der Hütte selber mit.
Verschließt Euren Rucksack in der Hütte grundsätzlich und bewahren Sie ihn in größtmöglicher Entfernung zum Schlafplatz auf (zum Beispiel an Kleiderhaken, auf Stühlen)
Nutzt die zur Verfügung gestellte Präventionsmaßnahmen in den Hütten (Rucksackaufbewahrung, ein von der Hütte gestellter Schlafsack, Behandlung des mitgebrachten Schlafsacks usw.)
Bewahrt Eure getragene Wäsche fest verschlossen in einer Plastiktüte auf, damit menschliche Duftstoffe keine Bettwanzen anlocken.
Sucht mögliche Verstecke im Zimmer vor der Übernachtung nach Bettwanzen und Kotspuren ab.
Solltet Ihr Bettwanzen entdecken informiert sofort das Hüttenteam und verlangt einen anderen Schlafplatz
Kontrolliert durch Ausschütteln und Absuchen Eures Rucksacks und Schlafsacks immer auf Bettwanzen und deren Spuren, bevor Ihr Euer nächstes Wander-Bergziel ansteuert.
Die Kontrolle von Rucksäcken solltet Ihr am besten in der Dusche/Badewanne oder außerhalb der Hütte auf einer hellen Unterlage durchführen, damit Ihr fliehende Wanzen schnell entdecken und diese kein neues Versteck finden.
Findet Ihr eine Bettwanze, zerquetschen Sie sie und bewahrt das Insekt für eine mögliche spätere Bestimmung auf, falls Ihr unsicher seid (in einem Glas, Zip-Beutel oder Taschentuch)
Informiert Euch beim Hüttenteam über mögliche Präventionsmaßnahmen in der Hütte und wie Ihr selbst dabei helfen könnt, Bettwanzen nicht zu übertragen.
Bettwanzen nachzuweisen kann sehr schwierig sein, insbesondere wenn es sich um einen leichten Befall handelt. Folgendes kann Euch helfen festzustellen, ob es Bettwanzen in einem Raum gibt:
Frei herumlaufende Wanzen (tagsüber sehr selten, da sie nachtaktiv sind).
Bettwanzen halten sich vor allem gemeinsam in Verstecken auf
Bettwanzen können sich in jeglichen kleinsten Ritzen und Spalten verstecken
Beliebte Verstecke sind: Bettgestell oder Lattenrost, Möbelstücke, in und hinter Bilderrahmen, hinter Lichtschaltern und Steckdosen, Scheuerleisten, Kabelkanälen usw. (siehe Foto - Kotspuren von Bettwanzen an einem Lattenrost).
In den Hütten sitzen sie häufig hinter Wandverkleidungen aus Holz (Astlöcher und Spalten)
Bettwanzen hinterlassen an Eingängen zu ihren Verstecken Kotspuren in Form von schwarzen Punkten.
Auch ihre Häutungshüllen (siehe Bild) und Eier kann man in der Nähe der Verstecke finden.
Achtung: Kotspuren können auch immer von einem vorherigen Befall stammen – Fragt das Hüttenteam!
Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein Insekt, das hauptsächlich den Menschen sticht, um Blut zu saugen. Man findet sie in bewohnten Innenräumen, unabhängig von jeglichen hygienischen Bedingungen. Sie übertragen keine Krankheitserreger. Bettwanzen haben keine Flügel und ihr Körper ist sehr flach. Die ausgewachsenen Tiere sind rötlichbraun gefärbt. Es gibt insgesamt fünf Jungtierstadien, diese sind gelb-braun gefärbt. Sie müssen sich im Verlauf ihrer weiteren Entwicklung zum erwachsenen Tier fünf Mal häuten und dafür Blut saugen. Je nach Stadium erreichen die Tiere eine Größe von 1 bis 8,5 Millimeter. Die Tiere haben eine Lebenserwartung von etwa sechs Monaten. Ein Weibchen produziert im Laufe seines Lebens 150 bis 300 Eier, die etwa 1 Millimeter lang, milchig-weiß und leicht gebogen sind. Weibchen kleben ihre Eier im Versteck oder in unmittelbarer Umgebung auf eine Oberfläche. Zum Blutsaugen verlassen die Wanzen vorwiegend nachts ihre Verstecke. Nach der Blutmahlzeit kehren sie in ihre Verstecke zurück, die sich vor allem in der Nähe der Schlafplätze der Wirte befinden. Bettwanzen können über mehrere Monate hinweg hungern. Zur Kommunikation untereinander und bei Gefahr (zum Beispiel, wenn sie zerdrückt werden) geben Bettwanzen einen nach Bittermandel riechenden Duftstoff ab. Von einigen Menschen wird der Geruch als sehr intensiv und unangenehm empfunden
Beispiele für Bettwanzenstiche (siehe Fotos) Die Hautreaktion nach einem Stich kann von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Menschen zeigen gar keine Reaktion, andere haben juckende und gerötete Pusteln (Durchmesser wenige Millimeter bis einige Zentimeter) oder Blasen und Quaddeln. Die Reaktion kann auch zeitlich verzögert auftreten (bis zu 10 Tage). Daher kann es manchmal schwierig sein zu bestimmen, an welchem Ort man gestochen wurde. Bettwanzenstiche sind meistens gruppenweise bzw. in Reihe angeordnet, können aber auch einzeln auftreten. Die Hautreaktionen lassen keine Diagnose zu (auch nicht vom Hautarzt) und können nicht als Nachweis für einen Bettwanzen befall dienen. Als Verursacher von Stichen kommen vor allem in den Sommermonaten grundsätzlich auch andere stechende Insekten in Frage.
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