In diesem Jahr waren Tatjana und ich das erste Mal als Leiterinnen der Kinder- und Jugendgruppe Adler-Bergflipper dabei. Das war erst einmal eine große Umstellung, weil wir selbst langjährige Teilnehmerinnen waren. Wir konnten viel von Tobi lernen, wie er das Klettern gestaltet und welche Spiele oder Ideen er hat. Dann haben wir angefangen die Kriechbaumhofstunden selbst zu gestalten und von Kochen, Backen und zusammen Spielen alles Mögliche ausprobiert. Bei den Kletterstunden waren wir natürlich auch dabei. Da wir aber zu wenig aktive Teilnehmer*innen hatten, haben wir einen Flyer erstellt und in der Kletterhalle aufgehängt. Mit vollem Erfolg hoffen wir jetzt, dass wir mehr aktive Teilnehmer gewinnen können.
Die letztjährige Sommerfahrt zum Gardasee ist uns in guter Erinnerung geblieben. Deswegen war schnell klar, dass wir wieder nach Südtirol fahren möchten um in dieser wundervollen Umgebung mit den Kindern unseren Urlaub zu verbringen. Die Idee auf einer Berghütte zu übernachten wurde allerdings schnell wieder verworfen, weil wir sonst mindestens zwei Stunden mit vollem Gepäck inklusive Klettersachen und Lebensmitteln nach oben wandern müssten. Als Alternative wollten wir eine Ferienwohnung im Tal buchen. Das Glück war aber nicht auf unserer Seite und alles war schon belegt oder so teuer, dass unser Budget gesprengt worden wäre. So sind wir auf den Campingplatz Cevedale in Goldrain zwischen Meran und dem Reschenpass gekommen, den wir für 5 Tage gebucht haben.
Am Montag um 7:30 war Treffpunkt am Giesinger Bahnhof. Eine Frage war bis dahin noch ungeklärt. Wie können wir fünf Personen (Dorothea, Johannes, Judith, Tatjana und Tobias) mit Gepäck, Material für mehrere Sportarten und der Campingausrüstung in ein Auto hineinbekommen? Trotz der größten Bemühungen im Tetris spielen wollte es partout nicht klappen. Also hieß es erstmal alles nochmal auspacken und aussortieren, was nicht zwingend für den aktuellen Tag gebraucht wird. Diese Ausrüstung wurde zu Svenja gefahren, die zusammen mit mir aus privaten Gründen erst einen Tag später anreisen konnte.
Durch einen Stau am Brenner, der durch den Ausfall des Bahnverkehrs und einer Baustelle verursacht wurde, kam unsere Gruppe genau zur Mittagspause in Latsch an. Da der Campingplatz zu dieser Zeit geschlossen war, entschlossen wir uns kurzfristig vor dem Aufbauen der Zelte noch in den Hochseilgarten in Allitz zu gehen, in dem sowohl wilde Fahrten am Flying Fox (Seilrutsche) als auch schwierige Gleichgewichtsübungen geboten wurden.
Nachdem wir die zur Verfügung stehende Zeit von drei Stunden voll ausgenutzt hatten, gingen wir schnell noch auf dem Rückweg zum Campingplatz zum Einkaufen. Durch jahrelange Übung war das Aufstellen der Zelte für uns kein Problem mehr, so dass wir uns noch im Hellen Nudeln kochen konnten. Satt und glücklich ging es dann bald ins Bett um für die nächsten Tage volle Kraft zu haben.
Am zweiten Tag machten wir uns auf zur Besteigung des Tisser Klettersteiges. Vor Ort stellten wir jedoch fest, dass der Parkplatz wegen eines Felssturzes gesperrt war. So etwas hält uns natürlich nicht davon ab Touren zu unternehmen. Am örtlichen Friedhof gab es zum Glück noch frei Plätze, so dass wir nach einer kurzen Wanderung am Einstieg des Klettersteiges standen. Nach dem Anziehen der Schutzausrüstung und einer Besprechung der Verhaltensregeln am Klettersteig ging der Aufstieg am Stahlseil los. Der vor ein paar Jahren familientauglich umgebaute Klettersteig bot eine schöne Abwechslung von steilen Passagen, Platten und Quergängen. Immer wieder sahen wir Eidechsen schnell davonhuschen, die ungestört ein Sonnenbad in der Wand nehmen wollten. Am Ausstieg angekommen hatten wir uns unsere Brotzeit wohl verdient. Der Rückweg zum Parkplatz wurde gleich noch um eine Stunde verlängert, um einen Abstecher zu einer Hängebrücke mit Wasserfall zu machen.
Nach langer Autofahrt waren wir dann Mittwoch morgens endlich komplett und konnten gemütlich in den Tag mit den Kartenspielen „Arschloch“ und „Lügen“ starten. Das Highlight für die Teilnehmer war die Alpakawanderung am Nachmittag in Vöran. Dort konnten wir mit den kleinen, flauschigen Alpakas und den größeren Lamas einen Ausflug machen. Nachdem alle Tiere angeleint wurden und auf das Klo der Herde gegangen sind, ging es auch schon los. Dabei führte ich das Leittier der Herde und alle anderen durften mir folgen. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten zwischen den Tieren und Menschen waren die Tiere alle entspannt und sind brav am Strick mitgegangen. Zurück am Bauernhof durften wir die Tiere zur Belohnung noch füttern. Besonders gefallen hat uns dort ein geflecktes Babylama, das erst vor zwei Wochen auf die Welt gekommen ist.
Am Abend wurde gegrillt, wobei die eine oder andere Kreation wie ganze Paprikas und Wassermelonen grillen ausprobiert wurde. Zum Abschluss des Tages haben wir noch „Nachts im Museum“ gespielt, bei dem ein Mörder enttarnt werden muss, der sich in Widersprüche verstickt.
Am nächsten Tag war Seilklettern im plattenreichen Klettergarten Allitz angesagt. Durch die hervorragende Absicherung ist dieser bestens geeignet, um das Vorsteigen zu üben. Da die Umlenker so nah beieinander waren, bot sich der Klettergarten auch an, das eigenständige Abseilen zu erlernen. Während wir alle nacheinander dran waren das Gelernte in die Praxis umzusetzen und uns von ganz oben abzuseilen, konnte Tobias bei der Unterstützung der Teilnehmer die Aussicht von oben genießen.
Erstaunt waren wir von einer Gruppe niederländischer Kletterer und deren ganzer Ausrüstung, die neben uns geklettert sind. Vor Ort konnten sie sich Eier mit Speck braten, und im Liegestuhl bzw. in der Hängematte entspannen. Am Abend waren wir alle so hungrig, dass gleich nach der Rückkehr Pizzen bestellt wurden. Der Himmel war an diesem Abend sehr klar, dass wir sogar einige Sternschnuppen beobachten konnten.
Am letzten Tag hatten wir beschlossen früh aufzuwachen, schnell zusammenzupacken und in einen Park in Meran zu fahren und dort den Tag entspannt mit dem Kartenspiel „Halt mal kurz“ und dem Geschicklichkeitsspiel „Wächter“ abzuschließen. Dabei hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung und einen Schildkrötenteich. Der Aufbruch nach Hause erfolgte wegen der Länge der Fahrt schon am frühen Nachmittag, so kamen wir abends erschöpft, aber glücklich wieder daheim an. ▲am
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